MFSH Patientenakademie 2023, Bad Salzschlirf, Thema D313Y und andere „umstrittene“ Varienten

Wir waren auf der Patientenakademie in Bad Salzschlirf. Berthold Wilden (1. Vorsitzender der MFSH) hat das Thema der „umstrittenen“ Varianten gut erklärt und wir haben dann unser Statement aus Patientensicht dazu vorgetragen. Unser Statement ist hier verlinkt.

Generell war dieses Thema unter den Patienten in der Pause ein großes Gesprächsthema, keiner kann die Haltung und das Handeln der Ärzte verstehen. Jetzt wissen aber viele von dem Thema und haben uns mit viel Zuspruch den Rücken gestärkt, daß wir unbedingt weiter kämpfen sollen. Herzlichen Dank dafür.

Auch war es für uns sehr schön, viele bekannte Gesichter wiederzusehen, es hat uns sehr gefreut.

Ein befreundeter Künstler hat uns noch ein tolles Bild zur Verfügung gestellt, das unser Thema sehr toll verdeutlicht:

Bild: Ralph Turnheim, www.Leinwandlyrik.de

Neue Website für Fabrypatienten und Angehörige gestartet

Eine neue Webseite für Fabry-Patienten und Interessierte ist online. Dort wird in möglichst einfachen Worten Fabry im Video erklärt. Wie wirkt die Krankheit usw. wird in kurzen Videos Stück für Stück erklärt, die ersten Videos sind verfügbar, weitere folgen sehr bald.

https://www.fabrienne.online
Youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/@FabryDiseaseExplained

Podcast mit einer betroffenen Patientin

Wir veröffentlichen hier Text und Link eines befreundeten Künstlers, der für eine Patientin kämpft und ihr (auch in unserem Sinne) mit allen Mitteln helfen will:

Eine enge Freundin von mir leidet an einer schlimmen, seltenen Erbkrankheit. Vor zwei Wochen hat ihr die Ärztin mitgeteilt, ihr das lebensnotwendige Medikament nicht mehr zu verschreiben. Die Geschichte ist so herzzerreißend wie absurd. In einem Podcast gehen wir dieser Geschichte nach. Hier ist die erste Folge – solange Carmen kann (sie hat noch eine letzte „Ladung“ Medikamente bekommen, dann ist Schluss), wollen wir jede Woche eine weitere machen. Gebt mir gerne Feedback bzw. eure Fragen – wir gehen gern darauf ein. Sie freut sich über die Aufmerksamkeit, denn es sind viele andere betroffen. Danke!

Ralph Turnheim

keine Hilfe in Sicht

Erfolgreiche Therapien wurden abgesetzt…

In Gießen und Hamburg wurden Patienten mit der Variante D313Y per Telefon bzw. per Mail informiert, dass sie ab sofort keine Therapie mehr erhalten. Es ist kein Fabry mehr. Die Patienten haben nach dem Ende der Behandlung auch relativ schnell gesundheitliche Probleme bekommen, eine Patientin war bereits in der Notaufnahme….

Wir kämpfen schon lange um die Anerkennung der „umstrittenen“ Varianten, aber dass jetzt erfolgreiche Therapien abgebrochen werden, ist das schlimmste was passieren konnte.

Aber wir geben nicht auf!

Fabry-Selbsthilfegruppe (MFSH) beim FIN-Meeting in Amsterdam zum Thema D313Y

Natascha und Berthold von der MFSH waren bei Treffen der FIN in Amsterdam. FIN=Fabry International Network, ein Zusammenschluß von Fabry-Selbsthilfegruppen aus der ganzen Welt.

Die Vorstellung der Recherchearbeit zum Thema „umstrittene Varianten“ bzw. D313Y war der Höhepunkt. Die Arbeit konnte Patienten und Wissenschaftlern aus aller Welt präsentiert werden.

Die Präsentation und Patientengeschichten, die in Amsterdam gezeigt wurden, können bei der MFSH heruntergeladen werden.

Info zum GLA-Gentest bei Morbus Fabry

WICHTIG für alle, die in den letzten Jahren genetisch auf Morbus Fabry untersucht wurden!

Der Laborbefund ist möglicherweise unvollständig und es könnte sein, dass eine Variante vorliegt aber nicht berichtet wurde.

Es werden nur noch pathogene/krank machende Varianten im Befund mitgeteilt!

Die willkürliche Einstufung von Varianten als benign/ gutartig durch die Labore führt dazu, dass diese nicht mehr mitgeteilt werden. Im Befund steht lediglich: 

  • NEGATIVER BEFUND
  • Es wurde keine klinisch relevante Variante nachgewiesen oder
  • Keine pathogene Variante gefunden

Ein genauer Zeitpunkt für diese Vorgehensweise lässt sich nicht ermitteln, da dies einige Labore bereits vor dem Beschluss der GEKO praktiziert haben. Hier haben sich die kostenlos angebotenen Tests der Pharmaindustrie besonders negativ hervorgehoben.

Hintergrund: Die Gendiagnostikkommission hat beschlossen, dass Labore nur noch krank machende und wahrscheinlich krank machende Varianten im Befund mitteilen sollen. Varianten unklarer Signifikanz können im Befund erwähnt werden. Gutartige und wahrscheinlich gutartige Varianten sollen nicht mehr mitgeteilt werden.

Es gibt fünf Einstufungen hinsichtlich der Pathogenität von Mutationen/Varianten:

  • pathogenic- pathogen (krank machend)
  • likely pathogenic- wahrscheinlich pathogen (krank machend)
  • uncertain significance- unklare Bedeutung
  • likely benign – wahrscheinlich gutartig
  • benign- gutartig

Weitere Infos unter:

Nicht behandelte Patienten werden in den Suizid getrieben

In Deutschland hat sich der Streit um die „umstrittenen“ Varianten von Morbus Fabry (einer Multiorganerkrankung) weiter zugespitzt. Erneut wurde einigen Patienten die Therapie entzogen. Sie waren über viele Jahre in Behandlung und spürten eine deutliche Verbesserunge ihrer Symptome. Im Vordergrund stehen dabei vernichtende Schmerzen, die mit einer üblichen Schmerztherapie nicht in den Griff zu bekommen sind. Auch bei Kindern wurde die Behandlung eingestellt, obwohl sie deutlich davon profitiert haben. Ein Kind wurde bereits seit dem 4 Lebensjahr und über einen Zeitraum von 7 Jahren behandelt. Ein anderes Kind steht jetzt kurz vor dem Abitur. Auch Patienten deren Gendefekt bei einem Schlaganfall diagnostiziert wurde sind betroffen.

Bei den ersten Patienten, deren Behandlung eingestellt wurde, zeigt sich bereits eine Verschlimmerung der Symptome. Diese sind nun verzweifelt, weil sie erlebt haben, dass die Therapie ihre Symptome deutlich verbessert hat und weil sie nun keine Möglichkeit sehen weiterhin eine Therapie zu erhalten. Eltern stehen vor der unlösbaren Aufgabe ihren Kindern zu erklären, warum sie keine Therapie mehr erhalten.

Viele von den Betroffenen können sich ein Leben ohne die Therapie nicht mehr vorstellen und sprechen dies deutlich aus. Manche sind bereits einer Sterbehilfe-Organisation beigetreten.

Patienten, die noch therapiert werden, leben mit der ständigen Angst, dass auch ihre Therapie beendet wird und müssen hilflos mit ansehen, wie die anderen von der Therapie genommen werden oder erst gar keine mehr erhalten.

Dass diese „umstrittenen“ Varianten nicht krank machen, wird immer wieder von diversen Wissenschaftlern behauptet, auch von einem Placebo-Effekt ist die Rede. Es gibt aber auch andere Wissenschaftler, die eine krankmachende Wirkung der Varianten nachgewiesen haben. Weil die Experten nicht einig sind, wird die Diskussion nun auf dem Rücken der Patienten ausgetragen.

Dass die Therapie hilft steht außer Frage, die Medikamente wirken gezielt nur auf Fabry, es ist keine zufällige Wirkung bei anderen Erkrankungen bekannt.

Die Behauptung, dass diese „umstrittenen“ GLA-Gen-Varianten kein Fabry verursachen ist einfach falsch! Unsere Angaben können wir dagegen alle belegen.